X
„Stewarts bisher beste Leistung“
The Guardian

DER FILM


Die Amerikanerin Maureen arbeitet in Paris als persönliche Einkäuferin für Stars und Sternchen. Doch eigentlich begreift sie sich als Medium, das mit Toten in Kontakt treten kann. Seit Wochen wartet sie auf ein Zeichen ihres verstorbenen Zwillingsbruders Lewis. Plötzlich bekommt sie geheimnisvolle Nachrichten von einer unbekannten Nummer. Ist es ihr Bruder, der aus dem Jenseits Kontakt zu ihr aufnimmt? Oder nur der sehr lebendige Geliebte ihrer Chefin, der es auf sie abgesehen hat?

Kristen Stewart stellt ihr Können erneut unter Beweis, wenn sie als Maureen inmitten der oberflächlichen Flüchtigkeiten einer modernen Welt voller Glamour auf der Suche nach Spiritualität und Wahrheit ist. In den Nebenrollen glänzen Lars Eidinger, Nora von Waldstätten und Sigrid Bouaziz. PERSONAL SHOPPER ist ein komplexer Genre-Hybrid, der raffiniert Aspekte von Geisterfilm und Psychothriller verbindet. Regisseur Olivier Assayas wurde dafür bei den Filmfestspielen von Cannes 2016 mit dem Preis für die Beste Regie ausgezeichnet.

Cast & Crew

+Olivier Assayas
+Kristen Stewart

Biografie von Olivier Assayas (Regie)

Olivier Assayas (* 25. Januar 1955 in Paris) wurde als Sohn des Drehbuchautors Jacques Rémy geboren, der einer jüdisch-griechischen Familie aus Konstantinopel entstammt. Seine Mutter stammt aus einer kleinadligen, calvinistischen Familie aus Ungarn.

Nach dem Abitur besuchte Assayas die École nationale supérieure des beaux-arts de Paris (ENSBA) und die Universität Paris III – Sorbonne Nouvelle, wo er Kunst und Literatur studierte.

Bevor er begann Filme zu machen, arbeitete Assayas u.a. als Grafiker und als Filmkritiker – letzteres auch für die renommierten Cahiers du Cinéma. Außerdem verfasste er Drehbücher, u.a. für RENDEZ-VOUS und SCHAUPLATZ DES VERBRECHENS von André Techiné.

Sein Langfilmdebüt LEBENSWUT wurde 1986 bei den Internationalen Filmfestspielen von Venedig prompt mit dem Preis der internationalen Filmkritik ausgezeichnet. Der Durchbruch gelang Assayas 1996 mit IRMA VEP, in dem die chinesische Schauspielerin Maggie Cheung die Hauptrolle übernahm.

Seine Filme LES DESTINÉES SENTIMENTALES (2000), DEMONLOVER (2002) und CLEAN (2004) liefen alle im Wettbewerb der Filmfestspiele von Cannes.

Sein Epos CARLOS – DER SCHAKAL (2010) wurde auch als dreiteilige TV-Miniserie ausgestrahlt und gewann als solche einen Golden Globe in der Kategorie „Beste Mini-Serie oder Fernsehfilm“. Sein Film DIE WILDE ZEIT (2012), in dem er u.a. auch seine eigene Jugend nach den Maiunruhen von 1968 reflektiert, gewann bei den Filmfestspielen von Venedig den Preis für das Beste Drehbuch. Nachdem er 2011 in die Jury von Cannes berufen wurde, zeigte er 2014 mit DIE WOLKEN VON SILS MARIA, in welchem Kristen Stewart an der Seite von Juliette Binoche spielt, erneut einen Film im Wettbewerb von Cannes.

Bei den Filmfestspielen von Cannes 2016 gewann Assayas schließlich den Preis für die Beste Regie für seinen Film PERSONAL SHOPPER.

Interview mit Kristen Stewart (geführt von Olivier Père, Mai 2016)

Hätten Sie gedacht, dass Sie schon zwei Jahre nach DIE WOLKEN VON SILS MARIA wieder mit Olivier Assayas zusammenarbeiten würden?

Nein. Aber ich wusste, dass er gern mit den gleichen Leuten – Schauspielern wie Crew – arbeitet, daher habe ich es im Innersten gehofft. Wir haben uns bei den Dreharbeiten von DIE WOLKEN VON SILS MARIA sehr gut verstanden und ich wusste, dass wir uns irgendwann bei einem anderen Projekt wiedersehen würden. Ich hätte jedoch nicht gedacht, dass es so schnell geschehen würde. Ich bin sehr gut mit Oliviers Produzenten befreundet, Charles Gillibert. Er hat mir erzählt, dass Olivier an einem neuen Drehbuch schreibt. Ich glaube, das war bei der Premiere von DIE WOLKEN VON SILS MARIA in Cannes. Ehrlich gesagt war es das erste Mal, dass ich Leute traf, die einander so verbunden waren und so ein gutes Team abgaben. Ich wollte sie nicht verlassen. Wir hatten uns einfach gefunden. Ich empfinde das als großes Glück. Als mir Olivier PERSONAL SHOPPER anbot, war ich schon sehr aufgeregt, aber nicht wirklich überrascht. Wir beide hatten Lust, unsere gemeinsame Erfahrung fortzuführen.

Es scheint, als hätte Olivier Assayas in Ihnen nicht nur die ideale Schauspielerin, sondern auch die ideale Person für die Verkörperung der jungen, modernen Frau gefunden, die er in seinen Filmen in Szene setzen will. Können Sie das Gleiche von ihm sagen? Ist er der Filmemacher, nach dem Sie gesucht haben?

Ja, zu 100%. Wir haben beide schon mit vielen verschiedenen Leuten zusammengearbeitet. Aber zwischen uns beiden gibt es eine nonverbale Kommunikation, die für unsere Arbeit einfach perfekt ist. Wir sprechen nicht viel aber wir verstehen uns. Außerdem teilen wir die gleichen Interessen, die gleiche Neugier. Es ist ein großes Vergnügen, mit ihm zu arbeiten.

Wie hat Ihnen Olivier Assayas den Film präsentiert?

Er hat mir gesagt, dass er ein Drehbuch schreibt und dass er es für mich schreibt und hofft, dass es mir gefällt. Als ich das Drehbuch dann bekam, geriet ich in Panik, weil ich Angst hatte, Charles oder Olivier anrufen zu müssen um ihnen zu sagen, dass es überhaupt nicht mein Fall ist. Zum Glück war es nicht so. Nachdem ich es gelesen hatte, war ich sehr beeindruckt. Es war ganz anders als DIE WOLKEN VON SILS MARIA. Ich, die ich bis dahin dachte, Olivier zu kennen, konnte gar nicht glauben, dass er sich solch eine Geschichte ausgedacht hat. So habe ich eine ganz andere, verborgene Seite seiner Persönlichkeit entdeckt. Es ist ein sehr meditativer Film. In PERSONAL SHOPPER gelingt es Olivier, auf seine Weise unsichtbare Welten zu zeigen, ohne sie benennen zu müssen. Ich finde, es ist ein persönlicherer Film als DIE WOLKEN VON SILS MARIA. Es ist kein analytischer Film, sondern ein sinnlicher, zutiefst menschlicher Film. Olivier ist ein sehr verkopfter Filmemacher, dem es mit diesem Film gelungen ist, sehr intime Emotionen auszudrücken. Das war wirklich cool. So etwas habe ich bei DIE WOLKEN VON SILS MARIA nicht mit ihm erlebt.

PERSONAL SHOPPER behandelt Themen, die im französischen Kino nicht oft bedient werden – wie Geister oder Spiritismus – unterscheidet sich dabei aber gänzlich von amerikanischen Mysterythrillern.

Ja. In DIE WOLKEN VON SILS MARIA gibt es eine Szene, in der sich Maria – gespielt von Juliette Binoche – und Valentine – meine Figur – über das Kino unterhalten. Die beiden sind unterschiedlicher Meinung zu dem Film, den sie gerade gesehen haben, ein Abenteuerfilm über Mutanten im Weltraum. Valentine findet, dass in Fantasy- oder Science-Fiction-Filmen genauso viel Wahrheit steckt wie in vielen sogenannten ernsthaften Filmen. Diese Filme verwenden Symbole und Metaphern, doch das macht sie nicht oberflächlicher. Letztendlich handeln sie von den gleichen Dingen und reflektieren die gleichen Themen wie offen psychologische Filme. Es ist witzig, dass Olivier seinen nachfolgenden Film buchstäblich auf Grundlage dieses Dialogs aus DIE WOLKEN VON SILS MARIA entwickelt hat. PERSONAL SHOPPER ist ein Genrefilm, wodurch er sich von den meisten französischen Autorenfilmen unterscheidet. Es ist ein Genrefilm, der nicht versucht, uns durch Geister Angst einzujagen, sondern einen Denkansatz darüber bietet, was Realität ist. Der Film stellt außerdem die Frage, die meiner Meinung nach die beunruhigendste Frage überhaupt ist: „Bin ich vollkommen allein oder kann ich mit jemandem in Kontakt treten?“

Was war das Schwierigste bei den Dreharbeiten von PERSONAL SHOPPER?

Ich spiele eine junge Frau, die sehr einsam, komplett isoliert und traurig ist. Es war ziemlich kräftezehrend, in der Haut einer solchen Person zu stecken. Selbst wenn ich eine Szene mit anderen Schauspielern hatte, war ich nicht wirklich bei ihnen. Es war so, als ob sie Geister wären. Ich war keine vollkommene, abgeschlossene Persönlichkeit. Es konnte nicht die geringste Interaktion zwischen den anderen Personen und mir geben, da mir das Gefühl fehlte, überhaupt zu existieren. Das war eine sehr qualvolle Situation für mich. Glücklicherweise war ich von Leuten umgeben, die ich sehr mag, und durch die ich mich nie einsam gefühlt habe. Ich hatte großes Glück. Hätte am Set nicht eine solch positive und freundschaftliche Atmosphäre geherrscht, wäre ich zugrunde gegangen und zusammengebrochen. Im Film halte ich keinen Augenblick still, laufe ständig herum, bin immer in Bewegung. Ich habe während der Dreharbeiten einiges an Gewicht verloren. Es war anstrengend.

Maureen verabscheut ihren Job als persönliche Einkäuferin genauso wie die reiche und berühmte Frau, für die sie arbeitet. Und dennoch kann sie nicht widerstehen, in deren Kleider zu schlüpfen, die Grenzen des Verbotenen zu überschreiten und findet daran auch Gefallen.

Maureen ist fasziniert von dem, was sie verachtet. Sie durchläuft eine Identitätskrise. Ich fand es gut, dass sie nicht als Feministin dargestellt wurde, die die Oberflächlichkeit der Konsumgesellschaft kritisiert. Sie führt einen inneren Kampf. Sie fühlt sich sehr angezogen von der Welt, in der sie sich bewegt, schämt sich aber gleichzeitig dafür. Ich kann dieses Gefühl nachvollziehen, zu einem gewissen Grad können wir das ja alle. Die Geschichte spielt in der Modewelt von heute, aber sie könnte genauso gut in den 1930er Jahren in Hollywood spielen. Ich weiß nicht, ob es früher besser oder schlechter war. Die Menschen wurden schon immer von Glanz und Glamour angezogen wie Motten vom Licht.

PERSONAL SHOPPER handelt von Trauer aber auch von der Emanzipation einer jungen Frau, die versucht, sich zu befreien, indem sie einen sonderbaren Weg einschlägt.

Ja. Den strahlendsten Kapiteln meines Lebens sind auch immer Dramen vorausgegangen. Nach traumatischen Ereignissen folgen stets Momente der Ausgeglichenheit und Fülle. Man fühlt sich lebendiger, wenn man einmal mit dem Tod in Berührung gekommen ist. Am Ende des Films gelingt es Maureen, sich wieder aufzurichten – auch wenn sie nicht gefunden hat, wonach sie suchte.

Wie haben Sie sich auf die Rolle der Maureen vorbereitet? Legen Sie großen Wert auf das Äußere Ihrer Figuren?

Unbedingt. Ich wollte, dass man spürt, dass Maureen ein Zwilling ist, auf der Suche nach einer Art Komplementärperson, da ihr seit dem Tod ihres Bruders eine solche fehlt. Ich habe mir daher einen sehr einfachen Look für sie vorgestellt, fast schon androgyn. Ihr Aussehen spiegelt auch ihre Hassliebe zur Modewelt wider. Die Wahl der Kleidung war deshalb sehr wichtig. Was die Vorbereitung des Films anbelangt, so lese ich ein Drehbuch vorher immer nur ein einziges Mal. Ich will es nicht öfter lesen, denn ich möchte die Szenen an jedem neuen Drehtag für mich entdecken. Ich musste für diesen Film nichts Besonderes lernen. Olivier wollte eigentlich früher drehen, um mir anschließend den Dreh mit Woody Allen zu ermöglichen, bei dem ich eine charmante, feminine und fröhliche junge Frau spiele. Ich fühlte mich jedoch nicht in der Lage, die beiden Filme in dieser Reihenfolge zu drehen, denn ich wusste, dass ich bei PERSONAL SHOPPER eine Menge durchmachen musste und am Ende der Dreharbeiten erschöpft und nicht mehr ansehnlich sein würde! Ich habe mich nicht wirklich vorbereitet, aber ich wusste immer, wo ich mir holen konnte, was ich gerade brauchte. Ich wusste, wo der Abzug ist, ich musste nur noch abdrücken. Ich war bereit, das für diesen Film zu tun.

Sie haben 48 Stunden vor den Anschlägen des 13. November 2015 in den Straßen von Paris gedreht. Es ist schwer, das auszublenden, wenn man den Film sieht, denn er birgt eine Anspannung und Unruhe in sich, die charakteristisch für die heutige Zeit ist.

Beim Anschauen des Films denke ich, dass wir alle in unserer eigenen Welt leben und komplett von den Dingen in Anspruch genommen werden, die nur uns betreffen. Maureen ist dermaßen von ihren Obsessionen durchdrungen, dass sie den Menschen und Dingen um sie herum praktisch keinerlei Aufmerksamkeit schenkt. Sie befindet sich weder wirklich in Paris, noch irgendwo anders. Ich empfinde Schmerz, wenn ich den Film sehe, denn er zeigt eine Person, die sich in einer bald verwundeten Stadt bewegt, ohne dabei die geringste Freude zu empfinden. Das ist wirklich schmerzhaft, herzzerreißend. Es macht mir keine Freude das zu sagen, aber wir haben Glück gehabt. Am Tag nach dem 13. November sollten wir einen weiteren Drehtag absolvieren und es war praktisch unmöglich zu arbeiten. Es erschien derart falsch, den Film in einem Studio zu drehen.

Wie war Ihr Verhältnis zum französischen Kino bevor Sie mit Assayas zusammenarbeiteten?

Ich hatte zuvor einige bedeutende Filme wie AUSSER ATEM oder JULES UND JIM gesehen. Charles, Olivier und das gesamte Team haben mir die Augen zu einer neuen Welt geöffnet, zu der der Cinéphilie. Ich habe eine Menge französischer Filme auf DVD entdeckt. Für eine amerikanische Schauspielerin ist es eine einzigartige Erfahrung, Zugang zu diesem Universum bekommen zu haben. Das ist wirklich cool. In Hollywood vertreten alle Leute im Kern die gleichen Werte. Hier in Frankreich ist das viel uneinheitlicher, zügelloser. In den USA werden Filme zur Unterhaltung produziert und um Geld zu machen. Die Autorenfilme, das Kino als Kunstform, nehmen in der amerikanischen Filmindustrie nur einen ganz kleinen Platz ein. Die amerikanischen Filmemacher, die ich mag, haben letztendlich eine ziemlich ähnliche Auffassung von Kino wie die europäischen und französischen Autoren. Die Motivation, einen Film zu produzieren, ist in Frankreich eine andere als in Hollywood. Es gibt den Willen, Risiken einzugehen – im Gegensatz zum kommerziellen amerikanischen Kino, das in erster Linie versucht, Erfolgsformeln zu reproduzieren.

Hintergrund

+Victor Hugo
+Hilma af Klint

Victor Hugo und der Spiritismus

Wenige Tage nach dem Staatsstreich von Napoléon III. flüchtete Victor Hugo am 11. Dezember 1851 ins Exil, welches 19 Jahre andauern sollte. Im August 1852 ließ er sich auf der Insel Jersey nieder, in einem großen Haus mit Blick auf den Ozean, Marine Terrace.

Hier versuchte er sich zwischen September 1853 und Oktober 1855 fast täglich in der Kommunikation mit Geistern. Zu Beginn des Jahres 1853 kam der Trend des Tischrückens aus den USA nach Frankreich. Die Schriftstellerin Delphine Gay führte Hugo in diesem Jahr in den Spiritismus ein.

Am Abend des 11. September trat er während einer Sitzung mit seiner Tochter Léopoldine, die einige Jahre zuvor ertrunken war, in Kontakt. Die Wahrhaftigkeit dieser Erfahrung mit dem Jenseits manifestierte die Überzeugung des Schriftstellers.

Von diesem Zeitpunkt an trat er in Kontakt mit den großen Persönlichkeiten der Vergangenheit: Galileo, Shakespeare, Platon, Jesus und Alexander dem Großen. Außerdem kommunizierte er mit abstrakten Größen wie dem Drama oder dem Tod.

Hugo war überzeugt, durch insgesamt mehr als hundert Geister in seinen poetischen, philosophischen, religiösen und metaphysischen Ansichten beeinflusst und inspiriert worden zu sein. Die Protokolle dieser Dialoge wurden in vier Büchern festgehalten, von denen drei noch erhalten sind. Diese wurden in einem Band vereint, dem Hugo große Wichtigkeit beimaß, welchen er jedoch nicht zu seinen Lebzeiten veröffentlichen wollte: „Le Livre des Tables“ – das Buch der Tische. Bis zu seinem Tod glaubte er an das Fortleben der Seele.

Hilma af Klint – Eine Pionierin der Abstraktion

Hilma af Klint (1862-1944) zählt zu den größten Künstlern des 20. Jahrhunderts und war eine Pionierin der Abstrakten Kunst – einige Jahre vor Kandinsky, Mondrian und Malewitsch.

Sie war eine der wenigen weiblichen Künstler ihrer Generation, die einen radikalen Ansatz vertraten. Spiritistischen und theosophischen Einflüssen zugetan, löste sich Hilma af Klint 1906 von der figürlichen Darstellung.

Sie versuchte, über ihre Kunst neue Dimensionen jenseits der greifbaren Realität zu erfassen. Mit anderen Pionieren der Abstrakten Malerei teilt sie die Faszination für das Okkulte und die spirituellen Dimensionen von Kunst.

Dies zeigt sich in ihren großen, ebenso kraftvollen wie rätselhaften Kompositionen. Sie fühlte sich als Medium und war überzeugt, dass ihre Werke durch Eingebungen aus dem Jenseits kamen.

„Die Bilder wurden durch mich gemalt, ohne Vorzeichnungen und mit viel Kraft. Ich wusste nicht, was die Bilder bestimmt waren, darzustellen. Dennoch war ich schnell und sicher in der Ausführung, ohne von vorn anzufangen, ohne einen einzigen Pinselstrich zu ändern.“

Das Werk von Hilma af Klint umfasst mehr als tausend Bilder und Skizzen, doch es war lange Zeit verborgen. Ihre abstrakten Bilder wurden nicht zu ihren Lebzeiten ausgestellt, da Hilma af Klint sie für zu gewagt hielt.

In ihrem Testament bestimmte sie, dass nach ihrem Tod erst 20 Jahre vergehen sollten, bevor sie gezeigt werden. Sie war überzeugt, dass sie vorher nicht verstanden werden könnten. Deshalb kam die Anerkennung ihrer Arbeit, durch welche die gesamte Geschichte der Abstrakten Malerei umgedacht werden musste, so verspätet.

Ihr Werk, das der Öffentlichkeit erstmals 1986 zugänglich gemacht wurde, wurde erst 2013 durch eine große Retrospektive des Moderna Museet in Stockholm, welche auch durch viele weitere Museen tourte, vollständig entdeckt.

Ihre ungebrochene Modernität scheint der Kunst des 21. Jahrhunderts anzugehören.



>hier bestellen